Die Sanshin no Kata / Gogyo Kata

Ein Sorgenkind vermutlich vieler Lehrer dürfte die Sanshin no Kata sein. Damit ist nicht der Bewegungsablauf gemeint, nein, der ist bei den meisten Schülern absolut top. Warum sollten die Bewegungen auch nicht funktionieren, man konzentriert sich ein bisschen und schon bekommt man die fünf Bewegungsfolgen locker hin. Und genau da liegt das Problem - die Formen werden aus dem Kopf heraus gemacht. Die Sanshin no Kata gehört aber auf Dauer nicht in den Kopf, nein, sie muss aus dem Herzen und / oder dem Bauch kommen.

Natürlich muss jeder Schüler die Elemente zunächst lernen, also im Kopf aufbereiten und ausführen. Doch das sollte nicht lange dauern, die Bewegungsabläufe sind relativ unkompliziert. Wenn man als Schüler die Formen nur 3x täglich übt, sollten sie in wenigen Wochen soweit verinnerlicht sein, dass man bei der Ausführung nicht mehr darüber nachdenken muss, welchen Fuss und welche Hand man in welche Richtung bewegen muss, das "wissen" die entsprechenden Körperteile dann schon ganz von selbst. Und nun glauben viele, sie "können" die Sanshin no Kata - und da nimmt der Irrtum seinen Lauf.
Denn jetzt fängt die eigentliche Arbeit erst an - das Verstehen der Elemente und die Nutzung eben jener zum eigenen Vorteil, zur differenzierten Ausführung anderer Formen, je nach eigenem Gemütszustand oder als Reaktion auf den Geist eines Angreifers.

Die Erde (Chi) ist stabil, unerschütterlich, ein Felsen, eine dicke Mauer, ein starker Baum mit noch stärkeren Wurzeln, suche sich jeder aus, womit er sich am Besten identifizieren kann. Ein Angreifer rennt gegen ein solches Hindernis an, kann es aber nicht bewegen sondern prallt davon ab.
Das Wasser (Sui) umspült Hindernisse, unterhöhlt sie, wäscht sie aus, es kann die Erde aufweichen, läuft aber auch Gefahr, von der Erde aufgesogen zu werden. Dafür aber kann es, wenn ausreichend davon vorhanden ist, jedes Feuer zum Erlöschen bringen.
Das Feuer (Ka) hat unbändige Kraft, es ist aggressiv und "frisst" alles, was sich ihm in den Weg stellt. Es geht gerade Wege, Umwege nimmt es nicht. Es kann einen Baum verbrennen oder auch kleine Mengen Wasser verdampfen, sein bester "Freund" ist der Wind, der es anfacht und ihm zu noch größerer Kraft verhilft.
Der Wind (Fu) ist ein etwas überheblicher, arroganter Typ, er weiß, dass ihm sein Gegenüber nichts antun kann, wer will den Wind fangen? Er kann Erde abtragen und Feuer verstärken, Wasser zu hohen Wellen auftürmen. Er kann das Wasser aber auch beruhigen oder schwache Feuer ausblasen.
Die Leere (Ku) ist das, wo alles herkommt und wohin alles wieder verschwindet. Die Leere nimmt den Angreifer in sich auf wie ein schwarzes Loch einen Stern im Universum, bevor er sich versieht, wird er an anderer Stelle wieder "ausgespuckt".

DAS sind die Elemente, nicht fünf Bewegungsabläufe. Und oft sieht man auch noch, wie die Schüler im Wettstreit stehen, wer als erster fertig ist, was wiederum auch noch schludrige Bewegungen nach sich zieht.
Man kann jede Form, jede Technik mit dem Feeling eines jeden Elementes machen, vielleicht wäre das ein Ansatz für Lehrer, ihren Schülern die Elemente näher zu bringen. Ob nun Kihon Happo oder Formen aus beliebigen Schulen, mit oder ohne Waffen - studiert nicht nur Bewegungsabläufe sondern auch und besonders Gefühl. Beantwortet das Element des Angreifers mit dem Element, welches zu seinem in direktem Konflikt steht oder mit dem, welches seins in sich aufnimmt.
Natürlich müssen und sollen Formen trainiert werden, stur erlernte Bewegungsabläufe machen jedoch keinen Kämpfer aus - der wahre Krieger kämpft mit Gefühl und Intuition.

Als Anregung hier noch ein Video von Juan Manuel Serrano. Es zeigt die Gogyo in einer Ausführung, die vielleicht für viele neu ist.

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