Drei Dinge, auf die man verzichten sollte

Ich mag den Focus eigentlich nicht, wenn es aber mal nicht um Politik oder die Pharmaindustrie geht, kommen auch von da ganz brauchbare Gedanken. So habe ich vor einigen Tagen auf Focus Gesundheit einen Artikel gefunden, über den es sich durchaus lohnt, nachzudenken. Ich möchte mal versuchen, diesen etwas näher zu beleuchten und auf unser Dojo bzw. dessen Mitglieder anzuwenden. Die kursiven Textelemente stammen aus der Quelle.

"Psychologe enthüllt: Verzichten Sie auf drei Dinge - dann werden Sie sofort erfolgreich"

"Erfolgreiche Menschen sind nicht nur deswegen erfolgreich, weil sie gewisse Dinge tun. Sondern vor allem, weil sie gewisse Dinge NICHT tun. Auf diese drei Eigenschaften sollten Sie also lieber verzichten.
1. Erfolgreiche Menschen grübeln nicht über Probleme
Wer in Gedanken ständig bei seinen Problemen ist, erzeugt damit generell negative Gefühle. Und damit Stress. Das schränkt die Leistungsfähigkeit ein. Erfolgreiche Menschen grübeln daher nicht. Sie denken über Lösungen nach."

Um im Training die besten Leistungen zu erzielen, sollte man spätestens bei der Verbeugung zum Eintritt ins Dojo seine alltäglichen Probleme abschütteln. Der Kopf muss frei sein für neue Erkenntnisse, für Wissen, welches nützlich sein kann und einem möglicherweise einmal das Leben retten kann. Man sollte jedoch "grübeln" nicht mit "nachdenken" verwechseln. Wo liegt der Unterschied? Grübeln ist immer verbunden mit "hätte, könnte, wollte", mit Dingen also, die in der Vergangenheit liegen und nicht mehr zu ändern sind. Was geschehen ist, ist unabänderlich. Nachdenken dagegen beschäftigt sich mit der Zukunft - ich kann, ich will. Dabei ist es auch hilfreich, Geschehnisse aus der Vergangenheit zu analysieren, jedoch ausschließlich unter dem Gedanken "Wie vermeide ich solche Dinge in Zukunft". Der entscheidende Ansatz lässt sich vielleicht so formulieren:
Falsch: "Wenn ich das so oder so oder so gemacht hätte, dann wäre meine Situation jetzt anders."
Richtig: "Wenn ich das demnächst so oder so mache, komme ich aus der aktuellen (schlechten) Situation heraus und kann sie verbessern."

"2. Erfolgreiche Menschen setzen Perfektion nicht an erste Stelle
Perfektion ist nicht erreichbar. Wer also nach ihr strebt, kann nur versagen. Anstatt also etwas Unmögliches anzustreben, setzen sich erfolgreiche Menschen Ziele, die sie auch wirklich erreichen können. Das erspart Frust."

Ganz wichtig. So oft sehe ich im Training, wie Schüler danach streben, meine Bewegungsabläufe in Perfektion zu kopieren. Dabei fällt ihnen nicht auf, dass auch meine Bewegungen durchaus nicht perfekt sind. Und vor allem - sie sind niemals gleich, auch bei derselben Form nicht, das liegt in der Natur der Sache. Sie schauen sich also an, was ich mache, machen es nach, kriegen es auch hin und sind dann aber verwirrt, weil beim nächsten Mal mein Fuß anders steht, die Handhaltung etwas anders ist, ich vielleicht nicht rechts sondern links rum gelaufen bin. Der Schüler muss anfangs natürlich den Lehrer kopieren, aber nur solange, bis er die Bewegungsabläufe verstanden hat. Dann muss er anfangen, das Prinzip zu suchen. Sobald er dieses erkannt hat, wird er merken, dass Perfektion zwar hilfreich, aber kaum erreichbar ist. Und mit der Zeit wird er erkennen, dass er seinen eigenen Weg finden muss.

"3. Erfolgreiche Menschen hegen keinen Groll
Hegen wir einen Groll so ärgern wir uns anhaltend über eine Situation. Und das, obwohl die schon längst vergangen ist. Das bedeutet für den Körper andauernden Stress. Ein solcher Groll kann daher auch gesundheitliche Folgen haben: beibehaltener Stress sorgt für hohen Blutdruck und Herzkrankheiten."

Groll, Ärger, Zorn, wie immer man es nennen will, sind negative Emotionen, sie sind hinderlich in jeder Lebenssituation. Emotionen, besonders die negativen, sind fehlgeleitete Energien und diese Energien fehlen dann, um ein gewünschtes Ziel zu erreichen. Und - siehe unter 1. - diese Emotionen helfen nicht, eine Situation zu verbessern, ganz im Gegenteil, in unseren Gedanken weitet sich das Ganze bis zur Katastrophe aus. Und Katastrophe bedeutet sehr oft, besonders bei Menschen, die sowieso schon eine instabile Psyche haben, dann auch noch Panik. Und ich denke, wir sind uns darin einig, dass im Zustand der Panik nicht ansatzweise ein klarer, logischer Gedanke zu finden ist. Im Leben wie auch in den Kampfkünsten ist logisches Denken aber unabdingbar, was nicht heißt, man sollte auf sein Bauchgefühl verzichten. Gerät man in einer Situation, die sich als lebensgefährlich erweist, in Panik, dann endet das meist mit dem eigenen Ableben.
Aber wieder weg von der Panik und zurück zum Groll. In einem realen Kampf kann es durchaus hilfreich sein, den Gegner wütend zu machen (Manipulation), wenn man erkannt hat, dass dieser dann unüberlegt reagiert und sich damit selbst in eine schlechte Situation bringt. Genau darin liegt der Grund, warum wir uns nicht manipulieren lassen dürfen, weder vom Gegner noch von unseren Emotionen.
Übrigens - auch scheinbar positive Emotionen können sich schnell ins Gegenteil verkehren. Wenn man einem Gegner einen Treffer beigebracht hat, ob nun psychisch oder physisch, ist das kein Grund, in Freude auszubrechen. Auch Freude ist eine Emotion und verleitet sehr schnell zu Überheblichkeit. Positive Emotionen (Freude, Glücksgefühl, Erfolg) sind sehr wichtig in unserem Leben, aber niemals in Kampfsituationen, ob nun ein geistiger oder ein körperlicher Kampf stattfindet.

Ich bin auf Eure Anmerkungen gespannt, hier, auf Facebook oder im Training.

Quelle Focus Online

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