Die 18 Fertigkeitengebiete

Die Ninjas des mittelalterlichen Japan wurden in achtzehn grundlegenden Gebieten mit Fachkenntnissen ausgebildet, die einen weitläufigen Bereich von körperlichen und geistigen Fähigkeiten abdeckten. Dieser Abschnitt stammt aus Hatsumi's "Ninjutsu: History and Tradition".

1. Seishin teki kyoyo (geistige Verfeinerung)
Der Togakure Ninja arbeitete an der Entwicklung eines tiefen und genauen Wissens über sich selbst, seine persönliche Energie, seine Stärken und Schwächen und seine Einwirkungen im und auf das Leben. Übungen in geistigem Durchhaltevermögen, Wahrnehmung und Perspektive wurden dem Ninja zusammen mit seinen körperlich Fähigkeiten beigebracht. Nach dem Aufbau des Verständnisses der weltumfassenden Prozesse wurde der Togakure Ryu Ninja zu einem Kriegerphilosophen. Seine Einstellung im Kampf war dann geprägt von Liebe oder Ehrfurcht und nicht von der bloßen Erregung, die von großer Gefahr ausgeht oder dem Bedürfnis nach Geld.

2. Taijutsu (unbewaffnet Kampf)
Fähigkeiten von Dakentaijutsu (schlagen, treten, blocken), Jutaijutsu (hebeln, würgen) und Taihenjutsu (leise Bewegung, rollen, hervorspringen, fallen) halfen dem Togakure Ninja in Defensivsituationen.

3. Ninja ken (Ninjaschwert)
Das Ninjaschwert hatte eine kurze, gerade, einseitig geschliffene Klinge und war sein primäres Kampfwerkzeug.
Zwei verschiedene Schwertfähigkeiten waren erforderlich für den Ninja. Schnellziehtechniken konzentrierten sich auf das Ziehen des Schwertes und gleichzeitiges Schneiden als Verteidigungs- oder Angriffsaktion. Für Fechtfähigkeiten benutzte man das gezogene Schwert gegen bewaffnete Angreifer.

Hatsumi Sensei mit Bo4. Bojutsu (Stock- und Stabkampf)
Diese Kunst, geübt von Samurai und bäuerlicher Bevölkerung gleichermaßen, wurde auch zu einer kampfstarken Fertigkeit der Ninja. Togakure Ninja wurden unterrichtet, den Langstab (Bo) (sechs Fuß) (1 Fuß = 30,3 cm) als auch den Hanbo (drei Fuß) zu benutzen, genauso wie Stöcke und Keulen von unterschiedlichen Längen. Besonders konstruierte Shinobi-zue oder Ninja "Spazierstöcke" hatten das Aussehen ganz normaler Wanderstäbe, aber verbargen in ihrem Inneren Klingen, Ketten oder Wurfpfeile, die überraschend gegen einen Feind benutzt werden konnten.

5. Shurikenjutsu (Wurfsterne)
Wurfklingen wurden in verborgenen Taschen getragen und als Fernwaffen benutzt. Die Togakure Ryu benutzte einen speziellen, vierzackigen Wurfstern, genannt Senban Shuriken, der aus einer dünnen Stahlplatte gebaut wurde. Die Klinge wurde mit einer drehenden Bewegung geworfen und traf ihr Ziel mit einem sägenden Effekt. Bo Shuriken (gerade Wurfpfeile und Nägel) wurden auch als Wurfwaffe benutzt.

6. Yarijutsu (Speer Kampf)
Togakure Ryu Ninja wurden unterrichtet, die typischen japanischen Speere und Lanzen als Waffen für mittlere Entfernungen zu benutzen. Speere wurden stechend und schneidend benutzt, selten auch geworfen.
Die Togakure Ryu benutzte außerdem eine einzigartige Speerwaffe, genannt Kama-yari oder Sichellanze, welche aus einer Speerklinge mit einem Haken am unteren Teil bestand. Die Gesamtlänge der Waffe war über neun Fuß. Die Klinge wurde zum Stechen benutzt und der Haken zum Zerreißen oder Ziehen eines Gegners oder seiner Waffe.

7. Naginatajutsu (Hellebardenkampf)
Die japanische Hellebarde wurde für schneidende Angriffe gegen Gegner bei mittlerer Entfernung benutzt. Togakure Ryu Ninja waren außerdem befähigt im Umgang mit dem Bisen-to, einer mächtigen Variante der Naginata mit extrem schwerer Klinge. Auf Basis eines chinesischen Kampfgerätes war die Waffe schwer genug zum Niederschlagen eines Angreifers, zerschlagen seiner Rüstung oder zu Boden werfen der Pferde von berittenen Samurai.

8. Kusarigama (Ketten- und Sichelwaffen)
Der Umgang mit japanischen Ketten- und Sichelwaffen wurde im Togakure Ryu ebenfalls unterrichtet. Ein Kette, sechs bis neun Fuß lang und an einem Ende beschwert, wurde am Griff der herkömmlichen Waffe angebracht. Die Kette benutzt man zum Blocken oder "umgarnen" des gegnerischen Angriffs, die Klinge wurde dann benutzt, den Angriff zu beenden. Das Kyoketsu-shogei, eine Waffe ähnlich der Kusarigama, wurde seitens der Togakure Ryu bevorzugt. Die Waffe bestand aus einer kurzen, handgeführten Dolchklinge mit einer hakenförmigen Sekundärklinge, an deren Griff eine bis zu fünfzehn Fuß lange, kräftige Schnur, meistens hergestellt aus Frauen- oder Pferdehaar, befestigt war. Ein großer Stahlreifen wurde am freien Ende der Schnur angebracht (eine Giftschlange tat es aber auch in manchen Fällen).

9. Kayakujutsu (Feuer und Sprengstoffe)
Ninjas waren Experten im wirksamen Plazieren und zeitlichen Koordinieren von Sprengstoffen für Vernichtung und Ablenkung. In späteren Jahren wurde die Benutzung von Schwarzpulver und anderer Sprengstoffe ergänzt mit Kenntnissen von Feuerwaffen und ihrem strategischen Einsatz.

10. Hensojutsu (Verkleiden und Vortäuschung einer falschen Identität)
Unerlässlich bei der Spionage war die Fähigkeit, falsche Identitäten anzunehmen und sich unentdeckt in seinem Einsatzgebiet zu bewegen. Mehr als bloßes Umhängen einer Verkleidung bestand das Ninja-Tarn-System in der Verkörperung der Persönlichkeit, die angenommen wurde. Er oder sie wurden wortwörtlich die neue Persönlichkeit, ob es sich um die Rolle eines Mönchs, Handwerkers oder reisenden Unterhaltungskünstlers handelte.

11. Shinobi iri (Methoden zum heimlichen Eindringen)
Die Ninja-Techniken vom leisen Bewegen, Einbrechen und sich Zutritt zu unzugänglichen Gebieten zu verschaffen, wurden legendär in Japan. Togakure Ryu Ninja lernten besondere Geh- und Laufmethoden für die Überbrückung großer Entfernungen, Überwindung von Etagen in völliger Lautlosigkeit und im Schatten zu bleiben, um heimliches Betreten und Fliehen zu erleichtern.

12. Bajutsu (Reitkunst)
Togakure Ryu Ninja wurden befähigt, sich auch zu Pferde bewegen und kämpfen zu können.

13. Sui ren (Wassertraining)
Leises schwimmen, stille Bewegung durch Wasser, Methoden zum Benutzen spezieller Boote und "laufen" übers Wasser sowie Unterwasserkampftechniken wurden dem Togakure Ryu Ninja beigebracht.

14. Bo-ryaku (Strategie)
Unkonventionelle Taktiken von Täuschung und Kampf, politische Handlungen und günstiges Timing von Tagesereignissen wurden von Togakure Ryu Ninjas benutzt. Ein Ninja war in der Lage, anderen seinen Willen aufzuzwingen, ohne dass diese es selbst bemerkten. Durch seine Aktivitäten lenkte er die Handlungsweise des Gegners in die gewünschte Richtung.

15. Cho ho (Spionage)
Methoden der erfolgreichen Spionage wurden vervollkommnet. Dies beinhaltete Wege, um Spione zu finden und zu rekrutieren und als Führer die benutzten Agenten wirkungsvoll einzusetzen.

16. Intonjutsu (Flucht und Verbergen)
Ninjas waren erfahrene Meister im Gebrauch der Natur um ihre Flucht zu decken, dies ermöglichte es ihnen, nach Belieben zu "verschwinden". Das Goton-po (fünf Elemente der Flucht) basierte auf dem Arbeiten und der Vertrautheit mit der schöpferischen Benutzung von Erde-, Wasser-, Feuer-, Metall- und Holzaspekten von Natur und Umwelt.

17. Ten-mon (Meteorologie)
Vorhersagen des Wetters und jahreszeitlicher Phänomenen und deren Einsatz zum eigenen Vorteil war ein wichtiger Bestandteil von Kampftaktiken. Ninjas waren geübt, auf all die subtilen Zeichen der Umgebung zu achten, um Wetterbedingungen zu prophezeien.

18. Chi-mon (Geographie)
Wissen und erfolgreiches Benutzen der Besonderheiten des Geländes waren entscheidende Fähigkeiten in der historischen Kunst des Ninjutsu.

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