Der Versuch einer Erklärung

Ninjutsu ist eine über 900 Jahre alte Kampfkunst - besser und richtiger Kriegskunst - aus Japan. Sie lehrt nicht nur das Taijutsu - die waffenlose Selbstverteidigung - sondern auch den Umgang mit traditionellen, japanischen Waffen, wie zum Beispiel Langstock (kurz Bo genannt), Schwert (Katana bzw. Ninja To), Hellebarde (Naginata) usw.

Neben diesem körperlichen Training stellen die mentalen Übungen einen weiteren Bereich des Trainingsinhaltes dar. Körperbeherrschung, Konzentrations- und Atemtraining kultivieren den Geist, ermöglichen einen vielfältigeren Gebrauch des eigenen Körpers und erwirken eine völlige Entspannung.

Noch vor wenigen Jahrzehnten war es nur für ausgewählte Japaner möglich, diese Kampfkunst und Philosophie zu erlernen. Dr. Hatsumi, Masaaki, der jetzige Großmeister (Soke) des neun Schulen, öffnete der westlichen Welt die Türen für das Ninjutsu und unterrichtete auch Gaijin (Nichtjapaner). Seit diesem Zeitpunkt wird diese Kampfkunst, eine der ausführlichsten Kriegskünste Japans, wieder gelehrt. Bujinkan Ninpo Taijutsu ist in der heutigen Zeit die einzig authentisch überlieferte Kunst der alten japanischen Krieger.
Es handelt sich nicht um einen Sport oder gar einen Wettkampfsport, sondern um eine wahre Kunst des Überlebens und der Selbstbeherrschung. Ninjutsu hat eine sehr tiefe Philosophie.
Viele Menschen fragen, was denn Ninjutsu überhaupt ist, denn das Fernsehen und andere Medien stellen diese sehr alte Tradition als eine Art Kampfsport dar, welcher nur zum Töten von anderen Menschen bestimmt sei. Die Ninja wandeln laut Medien vermummt in schwarze Tücher umher und verfolgen gnadenlos ihr Ziel, nämlich andere Menschen zu töten. Kurz gesagt, Ninjutsu hat bei den meisten Menschen einen sehr schlechten Ruf.
Ninjutsu ist für jeden Menschen etwas anderes. Für manche ist es eine Kampfkunst oder sogar ein Kampfsport. Beide Bezeichnungen sind nicht korrekt, am ehesten trifft die Bezeichnung "Kriegskunst" zu, Ninjutsu muss man leben. Ninjutsu ist ein "Do" - ein Weg, ein Weg durch das Leben und durch den Alltag, sowie durch die gesamte Welt, wobei es unter anderem auch die Aspekte der Kampfkunst beinhaltet. Diese kämpferischen Elemente bedeuten jedoch primär einen Kampf gegen die negativen Aspekte des eigenen Ich, durch welche das normale Leben schwer wird und wodurch sich dann auch meist Konflikte mit anderen Menschen oder sich selbst ergeben. Man kämpft für eine positive Lebenseinstellung in sich selbst, zu anderen Menschen und zum Leben.
Der sekundäre Bereich im Weg des Ninpo wäre die traditionelle Art des waffenlosen Kampfes, sowie der Umgang mit alten japanischen Waffen, welcher neben Meditation und anderen Themen Inhalt des Ninjutsu-Trainings ist. Diese Art, so nach dem Prinzip des Ninjutsu zu leben, distanziert den Ninja von den meisten anderen Menschen und den Kampfsportlern. Ninjutsu ist kein Sport! Ninjutsu hat - und ist an sich selbst - eine sehr tiefe Philosophie und begründet sich auf mentale und physische Aspekte.
Das Ziel des Ninjutsu sollte es sein, eine gewisse Erleuchtung zu erfahren, welche bei manchen Menschen schon nach der ersten Unterrichtsstunde beginnt (oder bis zu einem gewissen Grad schon vorher vorhanden ist) und bei anderen das gesamte Leben dauert. Diese Erleuchtung ist vollkommen unabhängig von Alter oder Graduierung der einzelnen Person, sondern beruht ganz alleine auf dem Charakter und der persönlichen Entwicklung. Im Ninjutsu soll ein Weg des Miteinander aufgezeigt werden, ein Weg zum Erkennen des eigenen Ich. Die meisten Menschen, die sich selbst nicht (er)kennen, wollen andere Menschen genau kennen. Wie sollte dies möglich sein? Wie wollen Menschen, die sich selbst nicht kennen, sich nicht selbst verstehen, mit anderen Menschen umgehen? Soke (Großmeister) Dr. Hatsumi, Masaaki pflegt statt Ninpo Taijutsu auch Budo Taijutsu zu sagen, da dieser Ausdruck die Kunst des Ninjutsu mit dem Weg des Budo verbindet.

Kanji Nin

Ninjutsu ist die Kunst des ausdauernden Herzens oder die Kunst der Ausdauer und Beharrlichkeit, welches sich aus der Übersetzung des japanischen Schriftzeichens Nin lesen lässt. Dieses Schriftzeichen besteht aus zwei Teilen: der "Klinge", welche über dem Zeichen für "Herz" steht. Daraus ergibt sich das Herz, welches die Klinge überdauern muss. Diese Kombination hat in Japan die Bedeutung von Ausdauer und Beharrlichkeit. Jutsu bedeutet einfach die Kunst.

Nun zurück zur Entwicklung des Ninjutsu. Das Bujinkan Ninpo (Budo) Taijutsu, wie wir es heute kennen, ist die Vereinigung von neun Ryu, von denen Masaaki Hatsumi der Soke (Großmeister) ist. Drei dieser neun Ryu sind spezielle Ninjutsu Ryu, wie zum Beispiel die wohl bekannteste Togakure Ryu, welche vor ca. 800 Jahren in Japan entstand. Alle anderen sind Schulen alter Samurai-Familien. Die Aufgabe der Shinobi (andere Aussprache für die japanischen Schriftzeichen für Ninja) vor über 800 Jahren bestand darin, gegnerische Fürsten zu beobachten und den eigenen Fürsten über feindliche Aktivitäten zu informieren, wobei ein Shinobi auch geheime Briefe oder andere Papiere entwenden sollte. Kurz gesagt, die Hauptaufgabe lag darin, möglichst unauffällig zu spähen und auszukundschaften. Durch die kaum bemerkbaren Techniken, die dabei verwendet wurden, kam im damaligen japanischen Volk, welches sehr abergläubig war (und teilweise noch ist) das Gerücht auf, dass die Ninja ohne Flügel fliegen und über Wasser gehen konnten, ohne dabei herunter zu fallen oder nasse Füße zu bekommen.

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