In mein Dojo kommen immer wieder neue Schüler und andere gehen. Das ist normal und kein Grund zur Besorgnis, denn nur einer von tausend - vielleicht sogar weniger - hat das Bushi no Kokoro, das Herz des Kriegers.

Viele kommen voller falscher Vorstellungen das erste Mal zum Training. Sie haben im Fernsehen oder Kino einen Ninja-Film gesehen und wollen nun auch Ninjas werden. Schnell stellen sie fest, das, was sie da im Film gesehen haben, hat nicht das geringste mit Ninjutsu zu tun. Selbst manche Dokumentationen im Fernsehen sind soweit weg vom Ninjutsu, dass man sich fragt, ob die Macher überhaupt wissen, was sie da produziert haben.

Diejenigen, die bleiben, stellen nach einigen Wochen fest, dass sie noch immer keine Disco ausräumen können, alles dauert so lange. Ja, es kostet viel Schweiß und noch mehr Zeit, um ein Krieger zu werden. Also gehen wieder welche weg und suchen etwas, was schneller geht. Das ist ein allgemeines Problem unserer Zeit, viele wollen alles und zwar sofort. Sie können nicht mehr erkennen, dass eben alles seine Zeit braucht.

Dann kommt die Zeit der Schmerzen. Schmerz gehört zum Training wie die täglichen Mahlzeiten, auch Schmerz muss trainiert werden bevor man ihn ignorieren kann. Und spätestens an dieser Stelle geben die meisten auf. Sie wollen zwar (möglicherweise) anderen Schmerzen zufügen, aber selber welche empfangen lag nicht in ihrem Plan.

Auch die, die immer noch da sind und tapfer weitermachen, werden noch viele (innere) Prüfungen zu durchlaufen haben, bevor sie zu Kriegern heranreifen. Die wohl schwerste dieser Prüfungen dürfte die sein, zu erkennen was es bedeutet, ein wahrer Krieger zu sein. So mancher zerbricht an dieser Erkenntnis. Aber für die wenigen, die den Weg dann bis zum Ende gehen (bildlich gesprochen, ein Ende in der Entwicklung und des Lernens wird es nie geben), hat sich die ganze Arbeit des Lehrers gelohnt, einer von tausend wird die Arbeit seines Lehrers fortsetzen.

Die Übersetzung eines Textes, der von Soke Hatsumi stammt, findet Ihr hier unten. Sie wurde angefertigt von Shihan Manuel Flory.

  • Es wird gesagt, dass sich Kriegskünste durch das tägliche Leben und Verhalten zeigen. Das heißt durch die Art und Weise der Menschlichkeit.
  • Es ist unnötig zu sagen, dass die Budoka , die gedankenlos oder unangemessenes Verhalten vermeiden, nicht durch Unbesonnenheit eingenommen werden.
  • Sie unterhalten eine ruhige Haltung, zögern nicht, aber sind bescheiden, voller Güte und werden sehr geachtet.
  • Der wahre Weg der Kampfkünste ist es, nicht zuzulassen, dass Eifer die Kontrolle übernimmt.
  • Obwohl es heißt: Es ist ehrenhaft die Schwachen im Kampf gegen die Starken zu schützen, ist es nicht gestattet, unnötig oder ohne Grund zu kämpfen. Nur, wenn es die Umstände erfordern.
  • Diejenigen, die keine Angst vor den Starken haben und die Schwachen beschützen, sollten wahre Krieger genannt werden.
  • Wenn Dich jemand beleidigt oder respektlos ist, den Mut haben zu lachen und Ihn nicht zum Gegner zu machen, ist wahrer Mut.
  • Das Schwert unnötig zu ergreifen sollte unter allen Umständen vermieden werden.
  • Die Aufrechterhaltung eines würdevollen Herzens zusammen mit der Tugend der Zuneigung, welche genial und freundlich ist, dem Beibehalten des strengen Charakters, entscheidend und tapfer zu sein, dem Schätzen sowohl der literarischen Kunst als auch der Kampfkunst, ohne vom Lernen davon getragen zu werden, ein ausgewogenes Herz der Güte und Tapferkeit zu besitzen - das ist der göttliche Krieger.
  • Diese immerwährende Ausrichtung des Kriegers gilt es zu wahren.

Masaaki Hatsumi

Ehrwürdiger weißer Drache

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