Ninjutsu - Eine Hilfe in der Realität?

Beim 4. Berlin Brandenburg Bujinkan Treffen (BBBT) gab es eine Einheit mit einem Lehrer, der klar und deutlich auf einen Unterschied zwischen Training und Realität hingewiesen hat. In Teilen davon gehe ich durchaus konform mit dem, was er dort sagte, jedoch nicht so, wie es der Mann verallgemeinerte.

Schon die großen Krieger von früher sagen uns "Was Du nicht langsam kannst, kannst Du auch nicht schnell."

Was bedeutet das? Der Schüler muss die Basic lernen. Nicht nur lernen, nein, er muss sie verstehen, verinnerlichen. Und er muss sie solange üben, bis er über Sanshin no Kata, Kihon Happo, Tai Sabaki, Ukemi und Kaiten nicht mehr nachdenken muss. Sobald er die Prinzipien der Basic verinnerlicht hat, soll er daran arbeiten, diese Prinzipien auch mit den historischen Waffen umzusetzen. Dazu gehören Hanbo, Bokken, Kusari Fundo, Tanto, Bo und andere Waffen. Es wird uns in der Realität selten jemand mit einem Schwert entgegentreten. Das spielt jedoch keine Rolle, was mit oder gegen ein Schwert funktioniert, das ist auch mit oder gegen eine Baseballkeule anwendbar (außer das Schneiden natürlich).

Im nächsten Schritt muss jeder Lehrer jedem Schüler von Beginn an klarmachen, dass die im Training geübten Formen laut Densho nichts mehr mit der Realität zu tun haben. Sie wurden unter ganz anderen Umständen und Voraussetzungen entwickelt. Wenn wir mal von einer festen Motorradkluft mit Sturzhelm absehen, wird niemand in schwerer Rüstung herumlaufen. Das heißt, Angriffe erfolgen um einiges schneller, die Waffen haben sich weiterentwickelt, Schusswaffen sind kleiner und einfacher zu handhaben. Darauf macht auch Soke regelmäßig aufmerksam: Wir müssen unser Ninjutsu anpassen, ebenso wie es unsere historischen Vorfahren ständig getan haben.

Genau dies aber wird von vielen Lehrern gern "vergessen". Wir haben zwar nicht die Möglichkeit, mit Schusswaffen zu üben, da ist das Waffengesetz dagegen, dennoch können wir zumindest die Theorie behandeln und auf die Möglichkeiten aufmerksam machen.

Was die Schnelligkeit angeht, bin ich strikt dagegen, Schüler, welche die Prinzipien der Basic noch nicht verinnerlicht haben, schnell üben zu lassen. Erst dann, wenn diese Voraussetzung erfüllt ist, kann man sich an die Arbeit machen und auf die Realität eingehen. Die Angriffe werden schneller, härter und damit eben realer. Es gibt keine feste Regel, ab wann das geht, ob ab 5. Kyu, 1. Dan oder erst 5. Dan. Das kommt immer auf den Stand des Könnens und des Verständnisses der Schüler an. Dennoch würde ich sagen, aus meiner Erfahrung heraus, mit solchem Training nicht vor dem 1. Dan anzufangen.

Wird auf dieser Grundlage das Training aufgebaut und kontinuierlich betrieben, dann wird Ninjutsu zu dem, was es sein soll: Eine Kriegskunst, die jeder realen Situation standhält und uns einen sehr guten Selbstschutz garantiert.
Aber nicht übermütig werden - jeder findet irgendwann seinen Meister.
Der beste Kampf ist immer der, der nicht stattfindet (Sun Tzu).
Geistige Fähigkeiten sind noch weitaus wichtiger als die körperlichen. Werden beide im Zusammenspiel geschickt eingesetzt, werden wir unsere Sicherheit um ein Vielfaches erhöhen können.

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